„Fogos Kinder“ in Coronazeiten

Die Aktivitäten unseres Vereins „Fogos Kinder“ haben sich in Zeiten der Pandemie verändert. Durch die Schließung der Schulen und Kindergärten ist das Projekt „Gesund im Mund“ mit Präventionsangeboten für Vorschulkinder und deren Familien zum Erliegen gekommen. Auch die Zahlung der Kindergartenbeiträge im Rahmen des Projektes „Kindergartenpatenschaften“ ist vorübergehend unterbrochen.

Auf der anderen Seite haben wir die Unterstützung für lokale Hilfsorganisationen deutlich ausgeweitet. Auf der Insel São Vicente sind ca. 160 Familien registriert, die in bitterster Armut leben. Die dort aktiven Hilfsorganisationen haben die Familien unter sich aufgeteilt. 20 Familien werden von den Dorcas betreut, einer karitativen Vereinigung der Adventisten und weitere 20 Familien von der Frauenvereinigung OMCV. Beide Organisationen erhalten regelmäßige Zuwendungen von Fogos Kinder, um notwendige Einkäufe für die Basisversorgung dieser Familien sicher zu stellen.

Dies ist in Coronazeiten von noch größerer Bedeutung als normalerweise. Das Abgleiten in Armut hat stark zugenommen, denn viele Geringverdiener haben auch noch ihre letzte Einnahmequelle verloren, insbesondere durch den Totalausfall des Tourismus. Gleichzeitig ist der Zufluss an Sach- und Geldspenden an die Hilfsorganisationen wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Misere stark zurückgegangen.

Die Kapverden befinden sich seit dem 3. Juli auf der Liste der Risikoländer des Robert Koch Instituts, da die wöchentlichen Neuinfektionen insgesamt gesehen den Grenzwert überschreiten. Zwischen den einzelnen Inseln wird dabei nicht unterschieden, so dass auch diejenigen ohne Infektionsgeschehen von den Reisewarnungen betroffen sind. Die Behörden unternehmen viel, um die Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren, denn nur wenn die Kapverden von dieser Liste gestrichen werden, ist mit einer nennenswerten Zunahme zumindest der deutschen Touristen zu rechnen. So wurde beispielsweise vor einigen Tagen erneut eine allgemeine Maskenpflicht beim Aufenthalt in der Öffentlichkeit eingeführt.

Unsere besondere Aufmerksamkeit hat der Kindergarten Arco Iris im Problemstadtteil Bela Vista, denn die Mehrzahl der dort betreuten Kinder stammen aus Familien in prekären Lebenssituationen. Seit Anfang des Jahres wird dieser Kindergarten von den deutschen Lions Clubs Brilon und Olsberg unterstützt. Er ist zwar wie alle anderen geschlossen, aber wir nutzen die zur Verfügung stehenden Mittel, um 25 der bedürftigsten Familien mit Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen. Sie erhalten Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel (u.a. Seife, Gesichtsmasken und Desinfektionsmittel) und einen kleinen Geldbetrag, um eigenständig Einkäufe machen zu können.

Darüber hinaus haben wir die Unterstützung behinderter Kinder und ihrer Familien durch unsere Zusammenarbeit mit der ADEF, einer Nichtregierungsorganisation, die sich für die Basisversorgung behinderter Menschen einsetzt, ausgeweitet.

Schließlich haben wir die Zuwendungen für die Kindertagesstätte Nha Nerina auf Fogo wieder aufgenommen. Nach einjähriger Zwangspause hatte das Nha Nerina im Februar neu eröffnet und wurde coronabedingt schon einen Monat später wieder geschlossen. Um Kindern aus prekären Lebenssituationen, die durch die Schulschließungen besonders betroffen sind, eine Orientierung zu bieten und der stark zunehmenden Verwahrlosung entgegenzuwirken, öffnete das Nha Nerina im Juni erneut seine Pforten und Fogos Kinder engagiert sich hier durch Materialspenden.

Und zum Schluss noch eine gute Nachricht: auf Fogo hat es geregnet – und das nicht nur ein bißchen, sondern richtig ergiebig. Die Hoffnung ist groß, dass in diesem Jahr zumindest die Landwirtschaft einen positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten kann.

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