Das ganz kurze Sylvesterupdate

Die Arbeiten zur Vergrößerung des Kindergartens Arco Iris sind in vollem Gange…..

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…..und das Weihnachtsessen für die Kinder des Nha Nerina war oberlecker.

Ganz herzlichen Dank allen, die das ermöglicht haben.

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Das Weihnachtsupdate

Wie jedes Jahr erreichen uns vor Weihnachten Bitten um Unterstützung, die wir nach Möglichkeit gerne erfüllen. Für die Hilfsorganisationen Dorcas (bedürftige Familien) und ADEF (Familien mit behinderten Kindern) in Mindelo finanzieren wir ca. 50 cestas basicas, Taschen mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln, die noch vor Weihnachten an die Familien verteilt werden.

Auch von Ana, der Leiterin der Kindertagesstätte Nha Nerina in São Filipe, erreichte uns die Anfrage, ob wir eine Weihnachtsfeier für die 35 dort betreuten Kinder ermöglichen könnten. Hier haben wir die Kosten für ein gemeinsames Weihnachtsessen mit Nachtisch übernommen. So reicht das Geld, das der Einrichtung zur Verfügung steht, um jedem dieser Kinder, die aus sozial benachteiligten Familien stammen, auch noch ein kleines Geschenk zu machen.

Vor ein paar Tagen kam Fußballtrainer Karl Müller vorbei, der unserem Verein seit eines großangelegten Projektes zur Fortbildung von Kinderfußballtrainern sehr verbunden ist. Im Kofferraum hatte er ca. 40 Paar Kinderfußballschuhe, gespendet von verschiedenen lokalen Vereinen. Auch die werden wir demnächst auf die Insel Fogo bringen und dort über die örtlichen Fußballvereine an die Jugendmannschaften verteilen. Zu Weihnachten wird das aber nichts mehr.

Der Kindergarten Arco Iris, der sich in einem sozialen Brennpunkt der Stadt Mindelo befindet, hat sich in den letzten 2 Jahren dank der großzügigen Spenden der Lion Clubs Olsberg und Brilon geradezu zu einem Vorzeigekindergarten entwickelt. Die Materialausstattung ist gut und pädagogisch sinnvoll und ausreichend Betreuungspersonal ist auch vorhanden.

Wegen der großen Nachfrage gibt es schon seit längerem den Plan, das Gebäude aufzustocken und einen zweiten Gruppenraum zu installieren. Jetzt hat Fatima, die Leiterin der Frauenvereinigung OMCV in Mindelo, einen weiteren Sponsor aus der Schweiz gefunden und gemeinsam mit dem noch zur Verfügung stehenden Geld der Lion Clubs Olsberg und Brilon sind genügend Mittel vorhanden, um das Bauprojekt zum Ferienbeginn am 22. 12. zu starten. Der Großteil des Rohbaus soll bereits zum Ferienende abgeschlossen sein, so dass der laufende Betrieb des Kindergartens möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Allen unseren Mitgliedern und Freunden wünschen wir schöne Festtage, eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und immer mindestens 2 Meter Abstand zum Virus

Julia, Iris und Mike

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Das Oktober update

Die Aktivitäten von „Fogos Kinder“ wurden in diesem Sommer im üblichen Rahmen fortgesetzt. Dazu gehört die Unterstützung der lokalen Hilfsorganisationen ADEF (Familien mit Behinderten), Dorcas (Familien in aktuellen Notlagen) und OMCV (Kindergärten).

ADEF und Dorcas kaufen Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs für notleidende Familien ein, verteilen sie und unser Verein bezahlt die Rechnungen in den lokalen Geschäften.

Der von der OMCV geführte Kindergarten Arco Iris in Mindelo, der speziell von den Lionsclubs Olsberg und Brilon-Marsberg gefördert wird, hat sich zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt. Die Leitung denkt wegen der großen Nachfrage an Plätzen gerade darüber nach, auf der Dachterrasse noch einen zweiten Gruppenraum zu errichten. Leiterin Fatima hat schon mit örtlichen Baufirmen Kontakt aufgenommen, die mit Materialspenden zu diesem Projekt beitragen wollen.

Auch das Projekt „Gesund im Mund“ wird von unserer Mitarbeiterin Samira Alves weiter begleitet. Sie steht in regelmäßigem Kontakt mit den Betreuerinnen, versorgt sie mit didaktischem Material und hilft bei der Gestaltung der praktischen Umsetzung.

Das Kinderschutzhaus Nha Nerina in São Filipe erhält aktuell ausreichend Hilfsmittel von der Stadtverwaltung und ist z. Zt. nicht auf unsere Unterstützung angewiesen.

Die Großmutter von Zé wird weiterhin monatlich mit einem kleinen Geldbetrag versorgt, der ausreichend ist, um notwendige Grundnahrungsmittel zu kaufen. Nachbarn berichten, dass es von Zé nichts zu berichten gibt. Wir nehmen das mal als ein gutes Zeichen.

Nach dem Ende der Sommerferien wurden auch wieder neue Kindergartenpatenschaften in Kindergärten der Frauenorganisation OMCV übernommen. Wir haben die Auswahl der unterstützten Familien in die Hände der Einrichtungsleitung gelegt, zu der ebenfalls ein regelmäßiger Kontakt besteht und über die Jahre ein intensives Vertrauensverhältnis gewachsen ist.

Wie bereits angekündigt, werden Samira und Mike in diesem Herbst von den Kapverden nach Flensburg umziehen. Wir haben im Vorfeld die Kommunikation mit den Einrichtungen vor Ort so organisiert, dass auch weiterhin ein enger Kontakt besteht. Ganz hilfreich war dabei die Coronapandemie. Durch sie war Samira ja bereits in den letzten 18 Monaten gezwungen, ihre Arbeit so zu gestalten, dass physischer Kontakt weitgehend vermieden wird. So wird dieser Umzug nur geringen Einfluß auf unsere Arbeit haben.

Außerdem ist geplant, dass Samira und Mike die Inseln São Vicente und Fogo im Sommer 2022 besuchen und sich einen persönlichen Eindruck vom Fortgang unserer Projekte verschaffen.

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Das war die Jahreshauptversammlung 2021

Am 30.5.2021 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung unseres Vereins in Flensburg statt – in einer Mischung aus Präsenzveranstaltung und online-Konferenz.

Die allgemeine Lage auf den Kapverden in Zeiten des Coronavirus und die Vereinsaktivitäten des letzten Jahres wurden noch einmal vorgestellt und diskutiert. In komprimierter Form sind sie im Tätigkeitsbericht 2020/21 enthalten.

Der Tätigkeitsschwerpunkt des Vereins hat sich in dieser Zeit verschoben. Zentral ist nicht mehr das Projekt Mundhygiene und gute Ernährung, da das Betreten der Kindergärten auch für unsere Mitarbeiterin Samira nicht gestattet ist, um Ansteckung zu verhindern. Statt dessen hat die Versorgung von Familien in prekären Lebenslagen mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln breiten Raum eingenommen. Hier arbeiten wir eng mit der Frauenvereinigung OMCV, der Behindertenhilfe ADEF und der
Hilfsorganisation Dorcas der Adventistengemeinde zusammen.

Daneben nimmt die Unterstützung einzelner Kindergärten und die Übernahme von Kindergartenpatenschaften für bedürftige Kinder breiten Raum ein.

Zum Abschluss der Versammlung fanden dann noch Vorstandswahlen statt. Alte und neue Vereinsvorsitzende ist Julia Drewes und auch die Schriftführerin Iris Schöning und der Kassenwart Mike Goike wurden in ihren Ämtern für zwei weitere Jahre bestätigt. Zur Revisorin wurde Monika Kienass gewählt.

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Eine Geschichte aus dem Hinterland von São Filipe.

Zé ist 9, das älteste von 4 Geschwistern. Er lebt im Haus seiner Großmutter oberhalb von Achada Fora – bis zum Ende der Strasse und dann immer den Berg rauf. An seinen Vater kann er sich nicht mehr erinnern, der ist schon vor langer Zeit in die USA emigriert. Auch die Mutter ist schon seit einiger Zeit mit seiner jüngsten Schwester weg nach Portugal. Das Mädchen war sehr krank und wurde zusammen mit der Mutter nach Lissabon evakuiert. Für eine Rückreise stellen die Behörden aber kein Geld mehr zur Verfügung.

Zé lebt jetzt also ohne Eltern aber mit Oma und den beiden Schwestern in einer Baracke in den Bergen. Dort fehlt es an fast allem, auch oft an Reis und Bohnen und die Gr0ßmutter muss bei den Nachbarn um Hilfe bitten. Welche Demütigung!

Zé treibt sich rum – nur nicht in der Schule. Manchmal kommt er tagelang nicht nach Hause und wird von den Ziegenhirten irgendwo am Berg gesehen. Oder er sitzt plötzlich bei Nachbarn in der Küche, wenn die Leute auf dem Feld sind und bedient sich aus dem Suppentopf oder an den Vorräten – abgeschlossen ist ja nirgends. Die Standpauken, wenn er erwischt wird, lässt er über sich ergehen wie einen Regenschauer, antworten tut er nicht mehr. Aber wenn möglich füllt er sich noch die Taschen mit Essbarem für seine Schwestern.

Zé soll eine Macke haben, sagen die Nachbarn – ist ja auch kein Wunder bei dem, was ihm schon alles passiert ist. Die Leute vom ICCA waren auch schon da, aber Zé war gerade wieder unterwegs. Was kann man tun? Auf Fogo gibt es kein Kinderheim, auf der Insel Santiago schon. Aber vielleicht macht das alles nur noch schlimmer und bleiben wird er da bestimmt nicht.

Eine Nachbarin der Familie von Zé ist unserem Verein gut bekannt. Über sie werden wir die Familie ab jetzt regelmäßig mit Lebensmitteln versorgen. Eine Sorge weniger. Vielleicht nützt das ja was.

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