Der Alltag kehrt zurück

Die Sommerferien sind nun auch hier auf den Kapverden am 17. September zu Ende gegangen. Der Start ins neue Schul- oder Kindergartenjahr war wie immer etwas holperig. Mittlerweile gibt es aber feste Stundenpläne und die Auslieferung der Schulbücher soll kurz bevorstehen.

Auch „Fogos Kinder“ hat seine Projekte und Aktivitäten wieder angekurbelt. Auf den Inseln Fogo und São Vicente haben wir unsere Kooperationskindergärten um die aktuellen Listen der Kinder gebeten, die neu in das Patenschaftsprogramm aufgenommen werden sollen. Mit den Eltern oder Bezugspersonen werden dann neue Verträge zur Übernahme der Kindergartengebühren geschlossen und  bestehende Verträge werden bei Bedarf verlängert.

Auch das Präventionsprojekt zu Mundhygiene, Eindämmung von Karies und guter Ernährung hat wieder Fahrt aufgenommen. Auf São Vicente hat Samira alle Kooperations-kindergärten besucht und in den Gruppen ein Sensibilisierungsprogramm für bessere Mundhygiene und gesunde Ernährung angeboten.

Und dann waren unser Vereinsmitglied Julia und ihr Mann und Zahnarzt Karsten für einige Tage zu Besuch. Karsten hat wie im letzten Jahr eine Reihenuntersuchung in den von uns begleiteten Kindergärten durchgeführt.

Für jedes Kind wurde ein Befund aufgenommen und die Eltern oder Bezugspersonen erhielten einen Flyer mit den Untersuchungsergebnissen, ärztlichen Empfehlungen und Ratschlägen zur Kariesvorbeugung und guter Ernährung. Außerdem bekamen alle Kinder eine Zahnbürste und eine Tube Kinderzahnpasta.

Dann haben wir einen Kontakt zum Fußballverein von Calhau geknüpft. Calhau liegt im Hinterland der Inselhauptstadt Mindelo und ist von kleinen Bauernhöfen geprägt, auf denen  hauptsächlich Gemüse angebaut wird.

Natürlich kicken dort auch Kinder, aber einen organisierten Kinderfußball gibt es bisher nicht. Der Vereinsvorsitzende Daniel sagte, man hätte darüber zwar schon oft gesprochen, aber kaum ein Kind hätte Fußballschuhe und barfuß und ohne Trikot könnte man nicht bei Turnieren mitmachen und gegen andere Mannschaften antreten und so sei alles wieder im Sande verlaufen.

Wir haben das Angebot gemacht, für eine Erstausstattung für 30 Kinder zu sorgen und Fußballschuhe, Trikots, Leibchen, Bälle und auch zwei Netze für Kleinfeldtore zur Verfügung zu stellen. Bedingung ist, dass dann auch mindestens einmal in der Woche ein Training angeboten wird. Daniel meinte, dass es unter diesen Umständen überhaupt kein Problem sei, Spieler zu finden, die z.B. am Sonnabend von 8:00 bis 10:00 ein Kindertraining anbieten würden.

Da traf es sich hervorragend, dass Julia einen Reisekoffer mit Kinderfußballschuhen aus Deutschland mitgebracht hatte. In der letzten Woche sind wir zusammen mit Julia und Karsten in Calhau gewesen und haben das Material vorbeigebracht. Einige Clubmitglieder waren auch gekommen und der Plan ist, dass es Anfang November den Startschuß für das regelmäßige Kinderfußball-training in Calhau geben wird.

Mit der Hilfsorganisation für Menschen mit Behinderungen (ADEF) haben wir Einzelfallhilfen für zwei Kinder vereinbart, um auch diese in Kindergärten zu integrieren und die Fortsetzung der Finanzierung des Projektes zu besseren Integration behinderter Kindern in Regelschulen haben wir zugesichert.

Eine weitere Einzelfallhilfe haben wir auf Fogo übernommen. Dort leben 3 Kinder von 7 bis 12 Jahren bei ihrer Großmutter auf dem Lande. Der Vater lebt schon seit Jahren in den USA und die Mutter ist von einem Besuch in Portugal nicht zurückgekehrt. Die Großmutter verfügt über kein Geld und kann die Kinder weder in der Schule anmelden noch Schulbücher und -material oder den Schulkittel kaufen.

Theoretisch ist ein Antrag auf Armenhilfe bei der Gemeindeverwaltung möglich, aber allein die Transportkosten für etliche Fahrten in die Inselhauptstadt São Filipe zur Beantragung dieser Hilfe übersteigen vermutlich den Zuschuß, der dann nach Wochen – wenn nicht nach Monaten – der Bearbeitung gewährt wird.

Hier ist „Fogos Kinder“ unbürokratisch eingesprungen und hat diese Kosten übernommen.

 

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